88 episoder
- Er ist Deutschlands wichtigster Deuter der Weltpolitik, war Vizekanzler
und Außenminister – und ist nun zum zweiten Mal zu Gast im unendlichen
Podcast. Im April 2026 sprach Joschka Fischer in einer zeitlich
begrenzten Sonderfolge mit Jochen Wegner und Christoph Amend: (Fast)
»Alles gesagt?«, live aufgenommen zum 80. Geburtstag der ZEIT im
Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Auf vielfachen Wunsch setzt er das
allzu kurze Gespräch nun fort – am Tag nach der Landtagswahl in
Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin.
Fischer erklärt, warum ihn der Triumph der AfD, einer Partei mit
»Elementen, die man als nationalsozialistisch bezeichnen muss«, nach
allem, was Deutschland zu verantworten hat, so tief trifft. Er spricht
über Antisemitismus von rechts und von links, über die Glaubwürdigkeit
von Friedrich Merz, den Absturz der CDU und die Gefahr, dass die AfD den
Platz der Konservativen einnehmen könnte. Das Rentensystem habe keine
Zukunft, warnt er – das sei keine Frage der Politik, sondern der
Mathematik. Und er beschreibt die deutsche Einheit als historischen
Übergangsprozess, bei dem unterschätzt wurde, dass zwei deutsche
Identitäten aufeinandertrafen, die bis heute nachwirken.
Es geht um die neuen Machtblöcke der Weltpolitik: Russland nennt Fischer
den »gefährlichsten Spieler«, Trumps Politik ein unfreiwilliges »Make
China Great«. Er erinnert sich an den 11. September 2001, als er, damals
Außenminister, in sein Vorzimmer kam und seine Mitarbeiter schockiert
vor dem Fernseher vorfand. Er erzählt von seiner Freundschaft mit
Madeleine Albright und davon, was er von ihr über »die gigantische
Verantwortung« einer amerikanischen Regierung lernte. Und er erklärt,
warum Europa eine eigene Sicherheitsgemeinschaft braucht – und
Deutschland dennoch keine Atomwaffen anstreben sollte.
Fischer schildert den Farbbeutelwurf auf dem Grünenparteitag 1999 in
Bielefeld – »ich hätte mich am liebsten auf den Kerl gestürzt« – und was
ihm bei Gerhard Schröders Auftritt in der »Elefantenrunde« nach der
Bundestagswahl 2005 durch den Kopf ging. Er spricht über Extinction
Rebellion und Fridays for Future und erläutert, warum Protestbewegungen
stets Gefahr laufen, ihrem eigenen Radikalismus zum Opfer zu fallen.
Außerdem erzählt er von seinen ersten Reisen per Anhalter nach
Frankreich und Italien – »mit dem Daumen hoch an der Autobahnausfahrt«
–, vom ersten Besuch in Großbritannien und vom Schock über das britische
Essen.
Joseph Martin Fischer wurde 1948 in Gerabronn geboren. Seine Eltern
waren als Heimatvertriebene aus Ungarn nach Deutschland gekommen. 1985
wurde er in weißen Nikes als hessischer Umweltminister vereidigt – als
erster grüner Minister in Deutschland – und war fortan als
»Turnschuhminister« bekannt.
Nach einer Stunde und 41 Minuten beendet Joschka Fischer das Gespräch
mit demselben Schlusswort wie im ersten Teil: »Tennessee«.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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der umstrittensten Amtsinhaber, die dieses Ressort bisher hatte. Er
arbeitete als Journalist, Verleger und Medienunternehmer, bevor ihn
Friedrich Merz 2025 ins Kabinett holte. Jetzt ist er zu Gast im
unendlichen Podcast.
Im Gespräch geht es um Weimers Rolle als Kulturstaatsminister, um die
heftige Kritik, die seine Berufung von Beginn an begleitet hat, und um
sein freundschaftliches Verhältnis zu Friedrich Merz. Wolfram Weimer
spricht über den Erfolg der AfD, über die Krise der CDU und über seine
eigenen Fehler im Amt. Er schwärmt vom Erfolg des grünen Politikers Cem
Özdemir in Baden-Württemberg und erklärt, wie er selbst zum Feindbild
der Rechten wurde.
Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt kreist das
Gespräch auch um die politische Mitte in Deutschland, die nach Weimers
Eindruck zu lange zu still geblieben ist. Er spricht über einen Wandel
in der öffentlichen Debatte von Verteilungs- hin zu Identitätsfragen und
darüber, dass historische Orte und nationale Symbole nicht
Rechtsradikalen überlassen werden dürften.
Wolfram Weimer erinnert sich an sein Studium in Frankfurt, an seine
Rebellion gegen 68er-Lehrer und -Professoren und an den Kauf seiner
ersten Aktie als Student. Er spricht darüber, dass sich für ihn die Zeit
zwischen dem Fall der Mauer 1989 und dem 11. September 2001 so angefühlt
habe, als habe sich das Modell einer liberalen marktwirtschaftlichen
Gesellschaft durchgesetzt – und warum diese vermeintliche Gewissheit
gegenwärtig zu zerbrechen drohe.
Wolfram Weimer wurde 1964 in Gelnhausen geboren. Er wuchs in einem
Lehrerhaushalt auf und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in
Portugal. Später studierte er Geschichte, Germanistik und
Politikwissenschaft und promovierte über die Bank of North America.
Seine journalistische Karriere begann er bei der »Frankfurter
Allgemeinen Zeitung«, später wurde er Chefredakteur der Tageszeitung
»Die Welt«. 2004 gründete er das politische Magazin »Cicero«, dessen
Redaktion er als Verleger und Chefredakteur führte. 2011 wurde er
kurzzeitig Chefredakteur des Magazins "Focus", 2012 gründete er
gemeinsam mit seiner Frau das Unternehmen Weimer Media Group.
Nach 4 Stunden und 25 Minuten beendet Wolfram Weimer das Gespräch. Denn
das kann bei »Alles gesagt?« nur der Gast.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
(freie Redakteurin)
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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der bekanntesten Namen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Das
Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich über
eine Million Mal. Jetzt ist der »Shootingstar der deutschen Literatur«,
wie der Spiegel schrieb, zu Gast im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erzählt Caroline Wahl, wie sie aus Frust über ihre Arbeit in
einem Verlag in Zürich ihren ersten Roman schrieb – in nur drei Monaten,
abends und am Wochenende. Sie berichtet von der Resonanz auf die ersten
Seiten, von der Auktion um das Manuskript, von ihrem kometenhaften
Erfolg und von Lesereisen durch kleine Städte, von einsamen Hotelzimmern
und Stofftieren als Begleitern unterwegs. Es geht um das Schreiben als
Sprung in andere Lebensrealitäten, um die jungen Frauen in ihren
Romanen, die sich unter schwierigen Bedingungen behaupten müssen, und um
die Frage, warum gerade sie solche Figuren erzählt, obwohl sie selbst
aus einer behüteten Familie stammt.
Caroline Wahl spricht über Erfolg und die Angst, ihn wieder zu
verlieren, über Öffentlichkeit und die Zuschreibungen, die mit ihr
einhergehen, über ihre Liebe zur Mathematik und über ihren neuen Roman:
die Geschichte einer jungen Hochstaplerin, die mit wechselnden
Identitäten durch soziale Welten driftet.
Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren, wuchs in Schriesheim bei
Heidelberg auf und lebt heute in Kiel. Ihre Mutter war
Grundschullehrerin, ihr Vater Chirurg. Früh fand sie über das Lesen zur
Literatur; später arbeitete sie in Verlagen. Ihr neuer Roman 1999 Meter
über dem Meer erscheint am 26. August 2026 bei Rowohlt.
Nach 2 Stunden und 58 Minuten beendet Caroline Wahl das Gespräch, denn
das darf bei Alles gesagt? nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Svenja Heinrichs, Sophie Hübner, Vincent Mank, Hannah
Schraven,
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Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. - Sie ist eine der bekanntesten deutschen Historikerinnen und gilt in
ihrer Wahlheimat Großbritannien als Deutschlanderklärerin. Sie wird
immer dann besonders aufmerksam gelesen, wenn es um die Frage geht, wie
Demokratien ins Wanken geraten. 2026 hat sie ein Buch zur Weimarer
Republik veröffentlicht, in dem sie von der jungen Demokratie und deren
Fall in den Nationalsozialismus erzählt. Jetzt ist Katja Hoyer zu Gast
im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erklärt sie, welche Lehren wir heute aus der Weimarer
Republik ziehen können – und welche nicht. Sie erzählt, wie politische
Radikalisierung nicht im Abstrakten, sondern im Alltag beginnt, und
fragt, warum Menschen, die vorher eher unpolitisch waren, sich
autoritären Bewegungen zuwenden. Ihr Buch »Weimar: Glanz und Grauen der
deutschen Geschichte« berichtet auch anhand der Tagebücher des Weimarer
Bürgers Carl Weirich von diesen Prozessen.
Katja Hoyer spricht auch über das Thema, mit dem sie international
bekannt wurde: ihre Forschung zur DDR. Sie selbst ist 1985 in der
ehemaligen Wilhelm-Pieck-Stadt Guben in der DDR geboren. Ihr Vater war
Offizier in den Luftstreitkräften der NVA und Elektroingenieur, ihre
Mutter Lehrerin. Sie berichtet von ihrer Schulzeit in Brandenburg, von
ihrem »Dickschädel«, der ihr schon als Schülerin Ärger einbrachte, und
davon, wie sie sich mit Harry Potter und BBC-Hörspielen selbst Englisch
beibrachte. Heute lebt und schreibt sie in Großbritannien. Und berät
König Charles in britisch-deutschen Fragen.
Katja Hoyers Buch »Beyond the Wall«, in Deutschland 2023 unter dem Titel
»Diesseits der Mauer« erschienen, wurde in ihrer Wahlheimat viel gelesen
und in Deutschland kontrovers diskutiert. Im Podcast spricht sie über
ihre Methode, Geschichte nicht als Abfolge politischer Ereignisse,
sondern über die Lebenswirklichkeiten einzelner Menschen zu erzählen –
und warum das mitunter Diskussionen auslöst.
Nach 5 Stunden und 31 Minuten beendet Katja Hoyer das Gespräch, denn das
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Einem Millionenpublikum wurde sie durch die TV-Serie »Oh Gott, Herr
Pfarrer« bekannt, später war sie die Hauptdarstellerin in den nach ihr
benannten Comedyserien »Nachtschwester Kroymann« und »Kroymann«. Und
jetzt ist Maren Kroymann zu Gast im unendlichen Podcast.
Maren Kroymann wurde 1949 im niedersächsischen Walsrode geboren und ist
in Tübingen aufgewachsen. Ihr Vater war Professor für Klassische
Philologie, ihre Mutter Romanistin. In den 1970er-Jahren zog sie nach
West-Berlin und studierte auf Lehramt; 1977 bestand sie das Erste
Staatsexamen. Mit ihrem Bühnenprogramm »Auf du und du mit dem
Stöckelschuh« wurde Maren Kroymann 1982 dem Kabarettpublikum bekannt,
von 1985 an trat sie regelmäßig in der legendären TV-Kabarettsendung
»Scheibenwischer« auf. Sie wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis und mit
dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Ihr wurden das
Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und der
Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.
Mit Christoph Amend und Jochen Wegner spricht Maren Kroymann über ihren
Weg auf die Bühne und die Rollen ihres Lebens, über Humor und Feminismus
– und über die Leihmutterschaftsdebatte, die der Politiker Jens Spahn
ausgelöst hat. Sie erinnert sich an ihre schwäbische Heimat, an prägende
Aufenthalte in Paris und in den USA – und an ihr Coming-out in den
1990er-Jahren. Außerdem erzählt sie, wie sie während ihres Studiums in
den 1970er-Jahren wegen ihrer politischen Haltung von konservativen
Professoren auf eine »schwarze Liste« gesetzt wurde.
Nach 5 Stunden und 37 Minuten beendet Maren Kroymann das Gespräch, denn
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Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
(Freie Mitarbeit)
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Om Alles gesagt?
Wir befragen außergewöhnliche Menschen – so lange, bis sie selbst erklären, dass jetzt “alles gesagt” sei. Ein Gespräch kann also zwölf Minuten oder drei Stunden dauern.
Die Interviewer, Christoph Amend, Editorial Director der ZEIT und Jochen Wegner, Chefredakteur der ZEIT, sind auf alles vorbereitet – und haben hunderte Fragen und meistens auch ein paar Spiele für ihren Gast dabei.
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