29 episoder
- Wer kümmert sich um unsere Eltern, wenn sie irgendwann nicht mehr allein zurechtkommen – ein Pflegedienst, ein Pflegeheim oder am Ende doch wir selbst?
Pflege ist kein fernes Altersthema. Sie kann von einem Tag auf den anderen den Alltag einer ganzen Familie verändern: Wer begleitet zu Arztterminen, organisiert Unterstützung und übernimmt die tägliche Versorgung? Wer reduziert seine Arbeitszeit? Und wie lässt sich die Pflege von Angehörigen mit dem Beruf und vielleicht gleichzeitig mit der Betreuung der eigenen Kinder vereinbaren?
In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ sprechen wir über die geplante Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung. Der Sozialökonom Dr. Andreas Mayert erklärt, weshalb das deutsche Pflegesystem gleich vor zwei großen Herausforderungen steht: einem Finanzierungsproblem und einem Versorgungsproblem. Während die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf in den kommenden Jahren steigen wird, schrumpft die Zahl derjenigen, die Beiträge zahlen oder Pflege übernehmen können – beruflich ebenso wie innerhalb der Familie.
Doch stärken die diskutierten Reformvorschläge die Menschen, auf die das Pflegesystem besonders angewiesen ist? Oder wird ausgerechnet bei pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräften gespart?
Im Gespräch geht es unter anderem um mögliche Einschnitte bei der Absicherung pflegender Angehöriger, den Entlastungsbetrag und das Pflegegeld, strengere Voraussetzungen für Pflegegrade sowie die hohen Eigenanteile in Pflegeheimen. Wir fragen, was die Reform für Familien bedeutet, weshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Familie künftig immer stärker auch die Pflege von Eltern, Partnerinnen und Partnern einschließen muss und welche Folgen die Vorschläge für Löhne, Arbeitsbedingungen und Personalmangel in der professionellen Pflege haben könnten.
Am Ende wird es persönlich: Müssen jüngere Menschen Angst vor der Zukunft der Pflege haben? Sollten wir bereits heute Geld für eine mögliche Pflegebedürftigkeit unserer Eltern zurücklegen – oder darf die Absicherung eines solchen Lebensrisikos nicht zur privaten Aufgabe jeder einzelnen Familie werden?
Diese Folge eröffnet zugleich eine zusätzliche Reihe von „empirisch inspiriert“: Die Bundesregierung plant in den kommenden Monaten Veränderungen in verschiedenen Bereichen der sozialen Sicherung. Gemeinsam mit Dr. Andreas Mayert fragen wir künftig: Warum sind Reformen notwendig? Wo liegen die eigentlichen Probleme? Was schlägt die Politik vor? Droht ein großer Sozialabbau – oder steckt der Teufel eher im Detail? Und welche Alternativen gibt es?
Die zusätzlichen Folgen erscheinen vorerst jeweils zur Mitte des Monats – ergänzend zu unseren regulären Folgen am Monatsanfang.
Zum Weiterlesen:
Andreas Mayert, unter Mitarbeit von Tobias Hauck: Langzeitpflege in der digitalen Gesundheitsökonomie. Chancen und Versäumnisse. SI-Studien aktuell, Band 5, Nomos, Baden-Baden 2026.
Das Buch untersucht die Arbeitsbedingungen und den Personalmangel in der Pflege, die wirtschaftliche Situation ambulanter und stationärer Pflegeanbieter sowie die Möglichkeiten und Hindernisse der Digitalisierung. Es ist als E-Book Open Access verfügbar:
https://doi.org/10.5771/9783748963219
#Pflegereform #Pflegeversicherung #PflegendeAngehörige #Pflegenotstand #Sozialpolitik Wenn Kunst und Klang die Kirche füllen: Wo bleibt der Glaube? Ein Blick auf die Citykirche Ludwigsburg. Mit Martin Wendte und Malte Krüger.
31.08.2026 | 27 min.Kirchen sind mehr als Orte für Gottesdienste. Sie sind Bildräume, Klangräume, Kulturorte, Erinnerungsorte – und für viele Menschen vielleicht längst eher Schwellenräume. Doch was passiert, wenn Kirche ihre Räume bewusst öffnet: für Kunst, Musik, Ausstellungen, Gespräche, Stadtgesellschaft und für Menschen, die gar nicht unbedingt mit einer kirchlichen Erwartung kommen, sondern vielleicht ein Konzert mit Musik von Taylor Swift, Filmmusik oder Paul Potts erleben möchten?
In dieser Folge von „empirisch inspiriert“ sprechen wir mit Prof. Dr. Martin Wendte und Prof. Dr. Malte Dominik Krüger über Kulturkirche, Kirchenräume und die Frage, welches neue Selbstverständnis von Kirche hier entsteht. Ausgangspunkt ist die Citykirche Ludwigsburg: Kirche mitten in der Stadt, in der Glaube und Kultur, Musik und Kunst, Nachdenken und Miteinander zusammenkommen.
Dabei fragen wir: Wenn Kirche zum Kultur- und Erfahrungsraum wird — welche Form von Kirche entsteht dort? Ist Kulturkirche eine Innovation – oder eher eine Wiederentdeckung dessen, was Kirche über Jahrhunderte ohnehin war? Was beobachtet Citykirchenpfarrer Martin Wendte in der Praxis der Citykirche Ludwigsburg: Erreicht Kulturkirche tatsächlich neue Milieus oder doch vor allem ein bildungsnahes Publikum? Und wie deutet der systematische Theologe Malte Dominik Krüger diese Entwicklung theologisch: Was geschieht, wenn Menschen in einer Kirche Musik hören, Kunst betrachten, zur Ruhe kommen oder ins Gespräch geraten? Wird der Raum dadurch einfach zum Veranstaltungsort – oder kann sich dort etwas zeigen, das über Kulturprogramm hinausgeht?
Außerdem verweisen wir auf den theologischen Podcast „Himmel & Hashtag“ von Malte Dominik Krüger und Martin Wendte, der im Umfeld der Citykirche Ludwigsburg und in Kooperation mit der Evangelischen Verlagsanstalt erscheint. Wer nach dieser Folge weiterhören möchte, findet dort Gespräche mit Theologinnen und Theologen über Glauben, Denken und die großen Fragen unserer Zeit.
Hier geht’s zum Podcast „Himmel & Hashtag“: https://www.citykirche-ludwigsburg.de/angebote/himmel-hashtag
Hier über die Seite der Evangelische Verlagsanstalt: https://www.eva-leipzig.de/de/podcast-himmel-und-hashtag
Und hier erfahrt ihr mehr über die Citykirche Ludwigsburg: https://www.citykirche-ludwigsburg.de
Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de
#Kulturkirche #Citykirche #Kirchenentwicklung #Kirchenraum #KircheUndKultur #Theologie #InnovationKirche #ReligionssoziologieWie gerecht ist Klimapolitik in Deutschland? Klimageld, Heizungsgesetz und soziale Schieflagen
31.07.2026 | 16 min.Wie gerecht ist die Klimapolitik in Deutschland wirklich?
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Andreas Mayert über die soziale Seite der Energiewende. Warum treffen steigende Energie-, Heiz- und Mobilitätskosten Menschen sehr unterschiedlich? Was steckt hinter der Idee des Klimageldes — und warum wurde es bis heute nicht umgesetzt? Weshalb profitieren von vielen Förderprogrammen oft eher die, die ohnehin mehr haben?
Außerdem geht es um Carbon-Lock-in-Effekte, das Heizungsgesetz, den europäischen Emissionshandel ETS-2 und die Frage, was passieren müsste, damit klimafreundliches Leben nicht vom Einkommen abhängt.
Eine Folge über Klimapolitik, soziale Gerechtigkeit und die Frage, wie die Transformation in Deutschland gelingen kann, ohne neue Ungleichheiten zu schaffen.
Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de
#Klimagerechtigkeit #Klimapolitik #Klimageld #Energiewende #SozialeGerechtigkeit #Klimafinanzierung #GlobalerSueden #NachhaltigkeitGlobale Klimagerechtigkeit: Wer finanziert die Transformation im Globalen Süden?
31.07.2026 | 22 min.Wie gerecht ist Klimapolitik weltweit?
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Andreas Mayert über die internationale Dimension der sozialökologischen Transformation. Viele Länder des Globalen Südens sind besonders stark von der Klimakrise betroffen — und verfügen zugleich über viel zu wenig Geld für Klimaschutz, Anpassung und soziale Entwicklung. Warum ist das so? Welche Verantwortung tragen die reichen Industriestaaten? Und halten sie ihre Zusagen bei Entwicklungs- und Klimafinanzierung überhaupt ein?
Wir sprechen über offizielle Entwicklungsunterstützung, internationale Klimafinanzierung, Schuldenkrisen, globale Steuerpolitik und mögliche Reformen wie Schuldenerlasse oder Debt-for-Climate-Swaps.
Eine Folge über globale Klimagerechtigkeit, historische Verantwortung und die Frage, wie eine gerechtere internationale Finanzierung der Transformation aussehen könnte.
#Klimagerechtigkeit #Klimapolitik #Klimageld #Energiewende #SozialeGerechtigkeit #Klimafinanzierung #GlobalerSueden #NachhaltigkeitLeihmutterschaft in Deutschland: Warum die Debatte nicht so polarisiert ist, wie sie wirkt
30.06.2026 | 28 min.Leihmutterschaft gehört zu den umstrittensten Formen der Familiengründung. Vor zwei Jahren haben wir bei „empirisch inspiriert“ bereits über die offenen ethischen, rechtlichen und sozialwissenschaftlichen Fragen gesprochen. Nun liegen neue empirische Ergebnisse vor: aus Expert*inneninterviews mit Menschen aus Medizin, Recht, Beratung und politischer Interessenvertretung - und aus einer repräsentativen Befragung zur Einstellung der Bevölkerung in Deutschland.
Dabei zeigt sich: Die Debatte ist differenzierter, als es oft scheint. Leihmutterschaft wird skeptischer bewertet als andere reproduktionsmedizinische Verfahren, zugleich gibt es keine einfache Mehrheit für ein umfassendes Verbot. Die Auswertung der Expert:inneninterviews zeigt die Herausforderung und Komplexität in der Bewertung von Leihmutterschaft. Und auch in der Gesamtbevölkerung sind sich viele Menschen unsicher, abwägend oder ambivalent. Im Zentrum stehen Fragen nach Selbstbestimmung, Ausbeutung, Kindeswohl, Kommerzialisierung, rechtlicher Regelbarkeit und dem Stellenwert eines unerfüllten Kinderwunsches.
In dieser Folge spricht der Soziologe David Samhammer über zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Was sagen Expert:innen? Was denkt die Bevölkerung? Und was braucht eine verantwortliche gesellschaftliche Debatte über Leihmutterschaft jenseits schneller Pro- und Contra-Parolen?
Warum sollten wir in der Debatte nicht nur auf Indien, die Ukraine oder die USA schauen, sondern genauer nach Großbritannien? Weshalb steht in Deutschland vermutlich zunächst die Legalisierung der Eizellspende zur Diskussion, bevor es um Leihmutterschaft geht?
Am Ende steht Davids Appell, Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch nicht allein zu lassen. Gerade weil der Wunsch nach einem Kind existenziell sein kann, braucht es Beratung, Begleitung und gesellschaftliche Sensibilität. Zugleich macht die Folge deutlich: Leihmutterschaft ist nicht die eine Lösung für ungewollte Kinderlosigkeit, sondern Teil einer größeren Debatte über Reproduktionsmedizin, Familie und Verantwortung.
Weitere Infos zum Thema findet ihr hier:
David Samhammer und Peter Dabrock. Leihmutterschaft und Lebensform. Ein Perspektivwechsel inmitten einer kontroversen Debattenlage. In: Zeitschrift für Medizin-Ethik-Recht. Erschienen 2024.
David Samhammer. Leihmutterschaft und die Grenzen der Verfügbarkeit. In: SI-Kompakt. Erschienen 2025.
David Samhammer: Leihmutterschaft als Spannungsfeld. Eine Rekonstruktion der Deutungsweisen von Expert*innen. In: GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft. Erscheint voraussichtlich März 2027.
Vorgestellt haben wir euch das Projekt 306 des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD: Leihmutterschaft als gesellschaftspolitische Herausforderung. Erste deskriptive Auswertung der repräsentativen Befragung.
Die erwähnten Aufsätze zur Perspektive der Kinder und Wunscheltern findet ihr u.a. hier:
Nicht legal – und doch Thema. Sozialwissenschaftliche, rechtliche und theologisch-ethische Überlegungen zu Leihmutterschaft. Erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2027.
Und falls ihr euch für die im Podcast erwähnten Panelumfragen interessiert, könnt ihr die Fragebögen hier downloaden:
https://search.gesis.org/research_data/ZA8830
https://www.gesis.org/en/issp/data-and-documentation/family-and-changing-gender-roles/2022#c156536
Die Berechnungen für den ALLBUS wurde selbst vorgenommen. Das SI hat das Item zu Leihmutterschaft ausgewertet. Beim ISSP wurde die Frage zu Leihmutterschaft nur für Österreich gefragt. Hierzu gibt es auch eine Publikation:
Beham-Rabanser, Martina, Caroline Berghammer und Ulrike Zartler. 2024. Neue Normalitäten in Partnerschaft und Elternschaft in Österreich? Wandel von Verhalten, Einstellungen und rechtlichen Normen. Österreichische Zeitschrift für Soziologie 49: 299–329.
Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de
#Leihmutterschaft
#Kommerziell
#Selbstbestimmung
#Kinderwunsch
Flere Videnskab podcasts
Trendige Videnskab podcasts
Om Empirisch inspiriert
Willkommen beim neuen Podcast „Empirisch inspiriert“! In jeder Folge unterhält sich Dr. Kristin Torka mit Gäst*innen, die Einblicke in ihre Forschungsbereiche im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD geben. Gemeinsam mit Expert*innen aus Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft bespricht sie in regelmäßigen Abständen Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien zu Themen aus Religion, Kirche und Gesellschaft. Dieser Podcast ist perfekt für alle, die sich von gegenwartsrelevanten Fragen inspirieren lassen möchten und darüber hinaus Perspektiven über den Tellerrand wagen.
Podcast-webstedLyt til Empirisch inspiriert, Ingen dumme spørgsmål og mange andre podcasts fra hele verden med radio.dk-appen

Hent den gratis radio.dk-app
- Bogmærke stationer og podcasts
- Stream via Wi-Fi eller Bluetooth
- Understøtter Carplay & Android Auto
- Mange andre app-funktioner
Hent den gratis radio.dk-app
- Bogmærke stationer og podcasts
- Stream via Wi-Fi eller Bluetooth
- Understøtter Carplay & Android Auto
- Mange andre app-funktioner


Empirisch inspiriert
Scan koden,
download appen,
begynd at lytte.
download appen,
begynd at lytte.

