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- Am Donnerstag hat die NATO den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens erhalten. Während Bundeskanzler Merz die Allianz als würdigen Preisträger sieht, gab es bei der Verleihung in Münster auch Proteste. Im Gespräch mit Host Anna Engelke bewertet der Sicherheitsexperte Christian Mölling die Preisvergabe an das Militärbündnis. Der Direktor der Denkfabrik EDINA analysiert auch die von Bundeskanzler Friedrich Merz gehaltene Laudatio, in der er die Rolle Deutschlands für die Unterstützung der Ukraine mehrfach hervorgehoben hat. Mölling bewertet im Interview auch den Zustand der NATO. "Mit dem allseits hörbaren Abgesang der Amerikaner auf die NATO ist es im Grunde genommen so, dass die NATO quasi in einem größeren Selbstzweifel ist als sie das, glaube ich, jemals zuvor gewesen ist." Mölling beschreibt, was die Allianz, aber auch Deutschland aus seiner Sicht nun tun sollten.
Wegen eines Manövers im Sommer im baltischen Ostseeraum hat Russland der NATO eine "beispiellose Eskalation der militärisch-politischen Lage rund um die russische Region Kaliningrad" vorgeworfen. Das Schreiben aus Moskau wurde in der NATO als Drohung oder zumindest als Warnung verstanden. Stefan Niemann erklärt die Hintergründe und berichtet über gemischte Signale, die Russland nach einem bekannten Muster aussendet.
Ukraines Präsident Selenskyj hat am Mittwoch überraschend Verteidigungsstellen der Streitkräfte im Donbass besucht. Damit will er vermutlich die Moral der Truppe als auch der Zivilbevölkerung heben, hat sie doch etliche schlechte Nachrichten zu verkraften. So sinkt etwa die Zahl einsatzfähiger Kampfflugzeuge in der Ukraine, zum anderen nehmen die russischen Angriffe weiter zu. Im Fokus steht derzeit u.a. das ukrainische Stromnetz.
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Interview mit Christian Mölling
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3512860.html
Nato bekommt Westfälischen Friedenspreis
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-grundsatzrede-friedenspreis-muenster-100.html
Ist die NATO preiswürdig?
https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-preis-des-westfaelischen-friedens-ist-die-nato-preiswuerdig-100.html
Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipp: 0630 der Newspodcast
https://www.ardsounds.de/sendung/0630-der-newspodcast/urn:ard:show:3073031000d2c031/ - Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben sich die Außenminister Deutschlands und Russlands getroffen. Auch wenn Argumente dagegen sprächen, sei das Treffen des deutschen Außenministers Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow in New York richtig gewesen, findet Sarah Pagung. Im Interview mit Host Kai Küstner erklärt die Leiterin des Berliner Büros der Körber Stiftung, warum. Die Häme, die Lawrow hinterher über Wadephul ausgeschüttet hat, war aus ihrer Sicht zu erwarten. Das Treffen habe nochmals bewiesen, dass Russland nicht verhandeln wolle. Pagung analysiert im Interview die russische Strategie im Krieg gegen die Ukraine, erklärt, wie Machthaber Putin versucht, innenpolitische Zweifel an einem russischen Sieg in der Ukraine zu zerstreuen, und sie schätzt ein, unter welchen Umständen Putin eines Tages doch zu Verhandlungen bereit sein könnte. Außerdem geht es um die Frage, wie die europäischen Länder mit Russland und dessen hybriden Angriffen umgehen sollten.
Peter Hornung berichtet darüber, dass Russland das Militär-Budget deutlich erhöhen will und mehr Soldaten rekrutiert. Zumindest hat Ukraines Präsident Selenskyj erklärt, die Russen hätten mit einer weiteren Mobilmachung begonnen. Die Lage in der Ukraine selbst bleibt schwierig. Russland greift u.a. weiterhin die Hauptstadt Kiew und zivile Ziele an – wie etwa die Akademie der Wissenschaften nahe der deutschen Botschaft. Dabei setzt die russische Armee jetgetriebene Drohnen, vor allem Geran 5-Drohnen, ein, die die ukrainische Flugabwehr – bislang - kaum abfangen kann.
An der Front bewegt sich wenig – bis auf Geländegewinne der ukrainischen Armee im Zuge der “Operation Vivaldi”. Peter erklärt, was dahintersteckt.
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Interview mit Sarah Pagung:
https://www.ndr.de/audio-3506100.html
Wadephul rechtfertigt in der ARD sein Treffen mit Lawrow:
https://www.tagesschau.de/video/video-1656186.html
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html - Es ist der einzige Ort auf diesem Planeten, wo Kriegsgegner und Todfeinde ohne Vorbedingungen und lange Verhandlungen zusammenkommen können und dies auch regelmäßig tun: das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York zu Zeiten der Generaldebatte in der Generalversammlung der UN. Peter Hornung spricht über die Auftritte von US-Präsident Trump und Irans Präsident Pezeshkian sowie des ukrainischen Präsidenten Selenskyj vor der versammelten Weltgemeinschaft.
Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine wechselt Stefan Niemann wieder auf die Analyse-Ebene und beleuchtet den Wirbel um Trumps Einladung von Russlands Herrscher zum G20-Gipfel im Dezember in Miami. Dass Putin dort wieder mit am Tisch sitzen könnte, sorgte für Befremden in Brüssel und Berlin. Es gebe für die Bundesregierung "angesichts des Krieges in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", sagte Regierungssprecher Kornelius.
Diplomatischen Bemühungen um eine Teilwaffenruhe in der Ukraine erteilte Russlands Außenminister Lawrow derweil eine Absage. Europa wolle so eine Pause doch nur, um die Ukraine in der Zwischenzeit "mit Waffen vollzupumpen". Wenn der ukrainische Präsident mit Putin sprechen wolle, dann solle er nach Moskau kommen. Selenskyj lehnt das ab, will jeden Anschein einer Kapitulation vermeiden.
Bei erneut heftigen russischen Luftangriffen auf ukrainische Städte und Schiffe gab es Tote und Verletzte und erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur. Entlastung an der Front durch die erfolgreiche Gegenoffensive bei Lyman meldet die Ukraine im Donbass.
Im Schwerpunkt spricht Peter mit Dr. Timo Graf vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr über das Sicherheits- und Verteidigungspolitische Meinungsbild 2026. Die Deutschen sind abwehrbereiter als viele glauben, ist eine der Erkenntnisse dieser jährlich durchgeführten Studie im Auftrag des Verteidigungsministeriums. Russland wird immer mehr als Bedrohung wahrgenommen und wenn es zu einem Angriff käme, wären viele bereit, zur Waffe greifen.
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Interview mit Timo Graf, Militärexperte:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3498940.html
Tagesschau-Artikel von Kai Küstner und Stefan Niemann über die ukrainische Flugabwehr an den Küsten des Scharzen Meeres und zu den Versuchen der Ukraine, Abwehrdrohnen gegen Russlands schnelle, jetgetriebene Drohnen zu entwickeln:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-schnelle-drohnen-100.html
Podcast-Tipp:
Was tun, Herr General? Der Podcast zum Ukraine-Krieg:
https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9e2802da7a728a79/
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html - So nahe dran waren sie wohl noch nie: Auf ihrer Ukrainereise konnten Kai Küstner und Stefan Niemann Abwehrstellungen der ukrainischen Armee besuchen und haben dort miterlebt, wie russische Angriffe abgewehrt wurden. Doch die Gefahr wird immer größer - durch superschnelle Drohnen vom Typ Geran 4 und Geran 5, durch jetgetriebene Gleitbomben und durch kleine, kostengünstige Marschflugkörper. "Warum kann sich die Ukraine derzeit noch nicht hinreichend gegen den Terror aus der Luft verteidigen?" fragen sie denn auch den Sprecher ukrainischen Marine. Man arbeite daran, auch neue Gefahren abzuwehren, sagt er. Dennoch ist klar: Der Ukraine fehlt es vor allem an Abwehrraketen.
Kai und Stefan haben in Kiew auch mit dem neuen deutschen Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, gesprochen. Der Diplomat ist seit August im Land. "Unsere Interessen hier sind, dass die Ukraine als demokratischer und unabhängiger Staat überlebt." Ruge schildert die Arbeit der deutschen Botschaft im Krieg und blickt auf den kommenden Winter. Alle erwarteten, dass dieser schwierig werde. Aus seiner Sicht ist das Kalkül von Russlands Machthaber Putin, die Infrastruktur noch weiter zu beschädigen, die Versorgung der Menschen damit schwieriger und so politisch einen Unterschied zu machen. Dies sei, so der deutsche Botschafter, aber ein "komplette Fehlkalkulation". Ruge spricht im Interview auch über die Erwartungen der Ukrainer an Deutschland und die NATO. Das Verständnis in der Ukraine sei auch, dass sie nicht nur "Empfänger von Hilfsleistungen" ist, sondern mit ihrem Kampf gegen Russland zur europäischen Sicherheit beiträgt. Der Diplomat erklärt, welche rote Linien es für die Bundesregierung bei der Unterstützung der Ukraine gibt und er spricht über die Rolle der Europäer und der USA in diesem Krieg. Alles, was die Bundesregierung, die NATO und die EU täten, ziele darauf ab, den Einstieg in Verhandlungen zu ermöglichen, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden. "Aber eben nicht um den Preis der Aufgabe der Ukraine als unabhängiger und souveräner Staat." Ruge glaubt, dass Russland den Krieg, so wie es ihn bislang geführt hat, nicht endlos weiterführen kann.
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Weitere Informationen:
Interview mit Botschafter Boris Ruge:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3492022.html
Schifffahrt unter Attacke: Das ukrainische Getreide steckt fest
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-export-getreide-100.html
Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipp: Welt.Macht.China
https://1.ard.de/weltmachtchina?cp
Kontakt zum Lyzeum 90 in Odessa: sc-90@ukr.net - Die Hosts von Streitkräfte und Strategien, Stefan Niemann und Kai Küstner, melden sich in dieser Folge direkt aus der Ukraine, genauer gesagt aus Odessa. Sie berichten über ihren Aufenthalt und das Leben im Krieg, das geprägt ist von dauerndem Drohnen- und Raketenalarm. Den gab es auch, als Stefan und Kai den Podcast aufgenommen haben.
Vorher hatten die beiden eine stark beschädigte Schule besucht, mit Schülerinnen und Schülern gesprochen. Ein Hauptziel der russischen Armee ist der Hafen von Odessa, der fast vollständig blockiert ist. Das hat Folgen für die Landwirtschaft und den Export von Weizen. Stefan und Kai haben mit einer Sondergenehmigung eine Patrouille der ukrainischen Marine begleitet, die ebenfalls russischen Drohnen ausgesetzt ist. Gegen Shahed-Drohnen der neuen Generation fehlen der Crew Mittel, um sie abzufangen.
Zum Schluss dieser Ausgabe schildern Stefan und Kai, wie die Menschen versuchen, sich vom Krieg abzulenken – mit einem Besuch der Oper. Allerdings muss auch der wegen Luftalarms immer wieder unterbrochen werden. Trotzdem ist die Vorstellung am Donnerstag fast ausverkauft. Ein Cellist sagt: „Es ist wie Protest, Widerstand gegen den Krieg. Ich denke, das sind Protestgefühle bei den Menschen und deshalb kommen sie, um trotz allem sich als Menschen zu fühlen. Selbst der Krieg kann sie nicht aufhalten und ihnen die normale Lebensweise nicht nehmen!”
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Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipp: Weltspiegel:
https://1.ard.de/weltspiegelpodcast?cp=sus
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Om Streitkräfte und Strategien
Euer Podcast zum Krieg in der Ukraine – auch mit dem Blick auf andere Krisen und Kriege in der Welt. Jeden Dienstag und Freitag ab 16.30 Uhr. Die langjährigen ARD-Korrespondent:innen Anna Engelke, Stefan Niemann, Kai Küstner und Astrid Corall sprechen mit sicherheitspolitischen Expert:innen über die neue Weltordnung und Europas Antwort auf die Machtinteressen der USA, Russlands und Chinas. Fragen und Anregungen zum sicherheitspolitischen Podcast: streitkraefte[at]ndr.de Weitere Interviews und Hintergründe: https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/index.html
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